Mittwoch, 07. November 2007
20:00 Uhr | Stadthalle Biberach

Gerd Dudenhöffer spielt Heinz Becker

Ohne Kapp ... ... undenkbar

... ist der Titel – der jeden Kenner zu einem Kopfnicken bewegt und – wie immer – handgesägte Wertarbeit in Sachen Kabarett verspricht.

Authentisch präsentiert er das Leben in tiefster Provinz – und wo ginge das schon besser als auf einer Kommunionfeier in der Dorfschänke. Hier ist Heinz Mensch. Nicht OHNE, nein mit Kapp… isst er sich durchs Festtagsdasein, zählt Schlag auf Schlag die Mahlzeiten und hat noch lange nicht genug. Nach Festmenü und Kaffeeklatsch macht er nur kurz ein Atempäuschen – bis zum Büfett! – zieht sich zurück ins Hinterzimmer. Zieht hier ganz schwer vom Leder. Denn: Hier sind wir unter uns!

Heinz hat sein gefundenes Fressen. Bieten doch die Gäste reichlich Gesprächsstoff und liefern ihm ein buntes Spektrum gesellschaftlicher Phänomene. Dabei drängt sich ihm immer wieder die Frage auf, ob die Freiwillige Feuerwehr ihr 75jähriges Jubiläum feiern kann, wenn der Emil Sandmeier mit 15 Jahren dort Mitglied wurde und erst 50 Jahre dabei ist?

Und das ist Dudenhöffers Kunst: In einem Atemzug das Banale mit dem Brisanten zu verbinden und dabei immer für eine Überraschung – sprich scharf sitzender Pointe – zu sorgen. Hier zieht er alle schwarz-humorigen und darstellerischen Register, brilliert mit Wortschöpfungen und Spruchverdrehern. Unverwechselbar im stummen – das Publikum bisweilen quälende – Minenspiel und jeder dies begleitenden Zeigefingergeste.

In Dudenhöffers 12. Soloprogramm gibt es keine Spur von Altersmilde. Im Gegenteil! Er ist bedeutend bissiger, böser und tabuloser als früher. Realsatire pur – und zwei Stunden gehobene, hintergründige Komik.

Gerd Dudenhöffer spielt Heinz Becker
20:00 Uhr, Stadthalle Biberach