#KulturaufAbstand
Über Biberacher Kulturarbeit in Corona-Zeiten

In der Reihe #KulturaufAbstand melden sich Biberacher Kulturschaffende zu Wort und berichten von ihren Gedanken, Sorgen, Problemen aber auch dem Optimismus ihrer Branche. Maria Wiedergrün ist die Geschäftsführerin des Kreisjugendring Biberach e.V. und schreibt über die Auswirkungen der Krise auf die Jugend.

In der Kinder- und Jugendarbeit war der Lockdown mit seinen Einschränkungen und Schwierigkeiten zwar nicht so medienwirksam beklagt worden, wie beispielsweise von der Wirtschaft, betrifft aber ganz konkret fast jede Familie im Landkreis, sei es als Kind oder Jugendlicher, Ehrenamtliche*r Gruppenleiter*in oder Eltern. Nachdem alle Vereinstätigkeiten, der Musikunterricht, die Sportausbildung, die Gruppenstunden bei Pfadfindern, Ministranten und vielen mehr komplett ausfallen mussten, haben sich einige Ehrenamtliche mit digitalen Methoden auseinandergesetzt, es wurde digital „Werwolf“ gespielt oder nach vorab ausgeteilten Bastelsets gemeinsam über eine Videoplattform gebastelt. Manche Jugendfeuerwehren drehten kurze Videos und zeigten so ihren jungen Mitgliedern, wie man verschiedene Knoten richtig legt oder es fanden Registerproben gemeinsam online statt. Eines jedoch fehlte immens: sich sehen und ein reales Gemeinschaftsgefühl zu haben, zusammen mit der Freundin zur Gruppenstunde laufen oder mit dem Freund nach dem Sport noch kurz am Spielplatz vorbei. Zudem konnten manche gar nicht erreicht werden, da sie nicht mit entsprechender Technik zuhause ausgestattet sind.  Die ganze politische Bildung, die nebenbei in unseren Vereinen und Organisationen stattfindet, indem Kindern und Jugendlichen von Beginn an Beteiligung und Mitbestimmung beigebracht wird, dass man sich einbringen kann und die eigene Meinung für die Gruppe und Gesellschaft wichtig ist, wurde komplett beschnitten und nicht entsprechend gewürdigt. Aber auch hier gibt es immer mehr Lichtblicke: Viele nutzen die Lockerungen nun, um gemeinsam mit „ihren“ Kindern und Jugendlichen zu überlegen, wie es weitergehen kann. Aktionen, wie gemeinsames Inlinerfahren, bei dem Abstandregeln eingehalten werden können, nehmen nach und nach wieder zu. Ebenso werden Ferienangebote geplant, wenn auch unter schwierigen Bedingungen und viel größerem finanziellen Aufwand, als in den vergangenen Jahren. Hier benötigt die Kinder- und Jugendarbeit der Vereine finanzielle Unterstützung. Viele Angebote von Gemeinden und Vereinen mussten schon abgesagt werden. Der Kreisjugendring macht sich auf verschiedenen politischen Ebenen stark um die Angebote, die stattfinden werden, finanziell zu unterstützen.